Berliner Testament ändern

Berliner Testament ändern: wie und wann?

Auch im Nachhinein kann man das Berliner Testament ändern. Wichtig sind dabei der Zeitpunkt und die Form.

Gemeinsame Änderung

So lange beide Ehegatten noch leben können sie gemeinsam Änderungen vornehmen, das alte Berliner Testament widerrufen oder einfach ein neues verfassen. Das gilt selbst dann, wenn das erste Testament notariell errichtet wurde. Das neue Testament beseitigt im Zweifel die Wirksamkeit des alten, aber ein klarstellender Zusatz schadet nie wie „Hiermit widerrufen wir alle früheren Verfügungen von Todes wegen“.

Wenn das alte Testament in amtlicher oder notarieller Verwahrung ist, sollte es von beiden entnommen werden. Schon dies beseitigt dessen Wirksamkeit. Dies ist wichtig, denn das beste Testament nützt nichts, wenn es nicht gefunden wird und stattdessen ein anderes. Wenn das neue Testament verfasst wird oder Änderungen vorgenommen werden, ist wichtig, dass wieder die ursprüngliche Form des gemeinschaftlichen Testaments gewahrt wird. D.h. ein Ehegatte schreibt die Änderung, unterschreibt mit Ort und Datum und der andere ebenfalls, am besten mit einem Zusatz wie „Diese Änderung vom [Datum] ist auch mein Wille“. Vor einem Notar ist diese Änderung natürlich urkundlich vorzunehmen und der Notar berät entsprechend, alllerdings fällt hier wieder eine Gebühr an.

Einseitige Änderungen bis zum Tod des Ehepartners sind ebenfalls grundsätzlich möglich. Hier ist aber zu unterscheiden, um was für Änderungen es sich handelt. Sollen wechselseitige Verfügungen geändert werden wie z.B. die Erbfolge oder Vermächtnisse, so muss der Ehepartner das gesamte Berliner Testament notariell widerrufen und dies seinem Partner mitteilen. Ansonsten ist das Testament weiterhin gültig. Einseitige Verfügungen kann er theoretisch auch alleine ändern, wenn er die Änderung handschriftlich vornimmt und (mit Ort und Datum) unterschreibt. Nur sind im Zweifel alle Verfügungen als wechselbezüglich anzusehen, da sie ja auf einem gemeinsamen Willensentschluss beruhen.

Bindungswirkung hindert erst ab dem Tod

Schwierig wird es erst nach dem Tod des Ehegatten. Dann gilt die sogenannte Bindungswirkung. Erfahren Sie hier mehr über die Bindungswirkung.

Hier kann man nur noch einseitige Verfügungen ändern. Sogar die Anfechtung ist in den meisten Formularen ausgeschlossen, so dass sich der überlebende Ehegatte dieser Chance, das Testament loszuwerden, beraubt hat (natürlich wechselseitig).